Frauen in den besten Jahren

Schöne Mannheims simulieren in der Kniestedter Kirche eine Hormonyoga-Sitzung.

Wer beim Auftritt der vierköpfigen Frauenformation „Schöne Mannheims“ am Samstagabend in der Kniestedter Kirche dabei war, der erlebte ein szenisch-musikalisches Abenteuer mit ausufernden Gags und einer brillanten Mischung aus komödiantischen Einlagen und Musik. Die Kniki war restlos ausverkauft. Eingeladen hatte die Kleinkunstbühne.

Das fröhliche Quartett mit den Sängerinnen Anna Krämer, Susanne Back und Smaida Platais sowie Stefanie Titus am Klaver nahm sich des Themas „Die Frau in den besten Jahren“ an und richteten gleich am Anfang das Wort an alle „Menopausisten“ und „Noch-Menstruierenden“, wobei auch die Männer reiferen Jahrgangs angesprochen seien. Das Quartett hielt den Zuschauern gleichsam den „Hormonspiegel“ vor und betitelte ihr Programm „Hormonyoga“, denn alles kreiste an diesem Abend vor allem um die Befindlichkeiten der modernen Frau im sogenannten besten Alter. 

„Was wird aus der Liebe nach dem Supergau, wenn die Schönheit nachlässt und plötzlich alles anders wird“, das war nur eine der vielen Fragen, der die Schönen Mannheims auf humorvolle Weise nachgingen. Die Akteurinnen liefen dabei zu Höchstform auf, schlüpften in verschiedene weibliche Rollen und streiften dabei mit Genuss so manches Klischee. Egal ob Bindenwerbung oder die Schilderung kleiner Wehwehchen im Alter, die drei Damen nahmen kein Blatt vor den Mund.

Da ging es schon mal mitunter sehr deftig zu. Aber genau diese plakativen und unverblümten Schilderungen mitten aus dem prallen Leben rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen in. Musikalisch ging es in die Welt des Chansons. Es erklangen Lieder in Deutsch, Französisch, Italienisch und Schwedisch, jeweils einfühlsam begleitet von Stefanie Titus am Klavier, die sozusagen der ruhende Pol der Gruppe war und ihre Sängerinnen immer wieder mit nachsichtigem Lächeln und trockenem Humor auf den Boden der Tatsachen holte.

 

Höhepunkt des Programms war die simulierte Hormonyoga-Sitzung. Nach den Anweisungen von „Yogalehrerin“ Anna Krämer mussten sich Susanne Back und Smaida Platais, die zuvor die Jogginghose über ihr Abendkleid streiften, verrenken – ein Seitenhieb auf die Esoterikwelle, die gerade viele Frauen mittleren Alters anspricht, weil sie sich von ihr mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Jugendlichkeit erhoffen. Nach soviel Klamauk auf der Bühne, bei dem das Publikum schier aus dem Häuschen geriet, ging es dann wieder etwas ruhiger zu. Klar, dass am Ende der Applaus gigantisch war und Zugaben gegeben werden mussten.