„Frauen können ja sooo laut gucken“

Der Kabarettist Kai Magnus Sting nimmt in der Kniki das alltägliche „Nix“ unter die Lupe.

Gut beraten waren diejenigen, die sich am Freitag für den Kabarett-Abend der Kleinkunstbühne Salzgitter-Bad in der Kniestedter Kirche entschieden hatten. Wenn „Lachen die beste Medizin ist“, dann war Kai Magnus Sting an diesem Abend der Gesundbeter. Der Kabarettist aus Duisburg gastierte mit seinem Programm „Immer ist was, weil sonst wär ja nix“.

„Selbst wenn nix wär, dann wär ja immer noch Nix“, meint der Kabarettist und füllt mit diesem „Nix“ dann zwei Stunden mit bester Unterhaltung. Es sind die alltäglichen Katastrophen, die er aufspießt und in denen sich das Publikum durchaus erkennt. Zum Beispiel der Besuch beim Arzt: „Ich will nicht ge-wir-t werden.“ Er berichtet von der „Pisspott-Party“, die er für seine Familie in der Autobahnraststätte schmeißt, bezahlt mit den gesammelten Coupongutschriften seiner Toilettenbesuche.

Natürlich werden auch Partner-Beziehungen unter seine Lupe genommen, aber Sting spart sich - wohltuend - seichte Sex-Wortspiele. „Sie kennen doch den Omaspruch auf jeden Pott passt ein Deckel. Mein Gott, was da draußen für ne Geschirrsammlung rumläuft.“ Wenn „Er“ bei „Ihr“ ins Fettnäpfchen getreten ist, stellt Sting fest: „In dem Moment können Frauen ja sooo laut gucken.“

Viele der älteren Besucher in der am Freitagabend voll besetzten Kniki finden sich wieder in den Betrachtungen des Kabarettisten über die Tücken der Zeit mit dem „guten, alten Telefon“. Dann wären da noch die Nicht-Lieblingsspeisen oder der nächtliche Rezeptaustausch unter Nachbarn. Ein rasantes Sprechtempo legt Kai Magnus Sting den ganzen Abend vor, doch ab und an schaltet er noch den Turbo dazu. Dann zwirbelt seine Wort-Jonglage die Gehörgänge.

 

Manchmal bediente der Duisburger auch bekannte Klischees, aber seine Mischung aus Wortwitz, Mimik und Gesten, gewürzt mit Ruhrpottslang, schmeckte dem Publikum hervorragend, Lachmuskelkater am nächsten Morgen inklusive. Während der Vorstellung ließ der 39-jährige Kabarettist, seit über 20 Jahren auf den Bühnen im deutschsprachigen Raum unterwegs, kaum Zeit für Applaus. Den gab es dann vom gut unterhaltenen, fröhlichen Publikum zum Abschluss um so reichlicher. „Ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht“, zog eine Zuschauerin ihr persönliches Sting-Resümee.