Gekonntes Klavierspiel und kabarettistische Einlagen

Andreas Gundlach spielte und plauderte vor 80 Zuschauern in der Kniestedter Kirche.

Andreas Gundlach ist Musiker durch und durch. Er spielt nicht nur herausragend Klavier, sondern beherrscht dazu noch die Gitarre und diverse Perkussions- und Blasinstrumente. Außerdem verfasst er Gedichte und Texte. Aus diesen Talenten entwickelte der 41-Jährige ein abendfüllendes Bühnenprogramm, das er am Freitagabend in der Kniestedter Kirche bei der Kleinkunstbühne zelebrierte.

Gekommen waren rund 80 Besucher, die einen magischen Abend erlebten. In seinem Programm dreht sich alles um Musik sowie um Lust und Frust eines Berufsmusikers. Dabei plaudert Gundlach aus seinem Leben. Eigentlich habe er Jazzpianist werden wollen, aber bald sei im klar geworden, dass man damit eine Familie nicht ernähren könne. Deshalb habe er seine musikalischen Aktivitäten durch kabarettistische Elemente erweitert.

„Klavierspielen ist schwer“, gibt er unumwunden zu und ergänzt: „Bevor Du mit Deinem Spiel ein weibliches Herz erweichen kannst, gehen 20 Jahre Übung ins Land.“ Darüber hinaus erinnert Gundlach an die Heimorgelzeit der 70er Jahre, und demonstriert deren Möglichkeiten ganz plastisch an seiner besonders präparierten Flügelkonstruktion, die ausgestattet ist mit Klaviatur, einem Cajon, einer Fußmaschine, einem Glockenspiel sowie diversen Perkussions- und Spielzeugblasinstrumenten. 

Es erklingen bekannte Melodien von Bach, Mozart und anderen klassischen Komponisten, die er jazzig verfremdet und mit anderen Musikstilen aus dem Popularmusikbereich kombiniert. Außerdem demonstriert er, wie ein bekanntes Volkslied durch den Jazz „zerstört“ werden kann. Dazu lässt er sich einen Volksliedtitel aus dem Publikum zurufen. Eine Zuschauerin wünscht sich „Horch, was kommt von draußen rein“ – und siehe: Gundlach nimmt diesen Vorschlag prompt auf und improvisiert spontan am Klavier auf die Melodie des bekannten Volksliedes. Das zeigt echtes Können und Flexibilität.

Gundlach gelingt es, vom ersten bis zum letzten Ton, mit den Zuschauern in Kontakt zu bleiben. Dazu verblüfft er mit kleinen Einlagen, einer Jonglagenummer und einer Aktion mit dem Zauberwürfel aus den 1980er Jahren: Mit einer Hand spielt er Klavier, mit der anderen Hand stellt er den vom Publikum verdrehten Zauberwürfel wieder her.

 

Das Publikum ist hingerissen. Am Schluss: Tosender Applaus und drei Zugaben.